Vorbemerkung: Alle Informationen auf dieser Seite sind nach bestem Wissen und Gewissen als privates Informationsangebot zusammengetragen worden. Es wird keine Gewährleistung für Korrektheit und Aktualität übernommen, maßgeblich ist das Informationsangebot der Stipendienanbieter zu deren Webseiten hier verlinkt wird. Im Sinne einer besseren Lesbarkeit wird im folgenden Text üblicherweise die maskuline Form verwendet.



Unter der Rubrik "Stipendien" möchte ich interessierten Lesern einige Informationen zum Thema Stipendien geben. Ein Stipendium wird oft isoliert mit finanzieller Unterstützung gleichgesetzt, was zwar einen Teil der Wahrheit erfasst, aber eben nicht die ganze Wahrheit.

Stipendien sind üblicherweise eine Auszeichnung in Form einer finanziellen aber auch ideellen Förderung. In Deutschland gibt es zahlreiche Stipendien, die entweder allgemein an Studenten aller Fachrichtungen oder für spezielle Fachbereiche unter verschiedenen Bedingungen vergeben werden.

Mit der Frage "Wie bekomme ich ein Stipendium?" fängt die große Suche überhaupt erst einmal an. Diese Seite soll sich als kleiner Wegweiser verstehen und die wichtigsten Informationen zum Thema "Stipendium" geben. Detaillierte Informationen lassen sich den Links auf dieser Seite entnehmen.

Ich persönlich möchte aber die Gelegenheit explizit nutzen, um jeden Leser dazu aufzurufen, sich bei Interesse um ein Stipendium zu bewerben. Ein Großteil der deutschen Studentenschaft befasst sich erst gar nicht näher mit Stipendien, da die völlig verkehrte Vorstellung in den Köpfen existiert, Stipendien seien nur etwas für "1,0 Absolventen". Das ist in jeder Hinsicht falsch. Stipendien fördern Persönlichkeiten und keine Studenten die trotz fachlicher Brillanz mit Scheuklappen durch das Leben gehen. Prinzipiell jedes Förderwerk in Deutschland hat als Anspruch an einen Stipendiaten Leistungsfähigkeit, soziales Engagement und außerfachliche Kenntnisse in seinen Bewerbungskriterien verankert. Ein vielseitig interessierter Student mit einen Notenschnitt von 1,8, der nebenher im gesellschaftlichen Bereich tätig ist, wird daher weit bessere Chancen auf ein Stipendium besitzen als ein 1,1 Kandidat der sich nur seinem Studium widmet und z.B. den Namen "Helmut Schmidt" nirgends einordnen kann. In diesem Sinne: Wer gerne als Stipendiat gefördert werden möchte, sollte sich in jedem Fall bewerben, mehr als eine Briefmarke, etwas Papier und ein paar Stunden Arbeit können nicht verloren gehen!

Förderwerke in Deutschland

Um zunächst einen ersten Überblick zu erhalten, beginnen wir bei den wesentlichen Grundlagen. Es gibt in Deutschland 12 große Begabtenförderwerke, die über das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie weiteren privaten Trägern unterstützt und finanziert werden. Die Begabtenförderwerke identifizieren sich und ihre Studenten üblicherweise über eine gemeinsame politische, kulturelle oder konfessionelle Identität, ausgenommen der Studienstiftung des deutschen Volkes, die hier einen Sonderfall darstellt. Es ist aber zu beachten, dass insbesondere bei den parteinahen Stiftungen einer Mitgliedschaft in der betroffenen Partei keine zwingende Vorraussetzung zur Aufnahme ist!

Im Folgenden hier ein Überblick über die 12 Begabtenförderwerke im deutschen Raum - Die Reihenfolge ist willkürlich gewählt und trifft keine Aussage über die "Wertigkeit" eines Stipendiums. Informationen zur finanziellen Förderung finden sich weiter unten, da diese im wesentlichen bei allen Förderwerken identisch ist, da die Stipendien über die öffentliche Hand finanziert werden.




Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.

Gründungsdatum: 1925
Ausrichtung: Politisch, konfessionell & weltanschaulich unabhängig
Stiftungskapital (2008): 51 Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 90 fest angestellte Mitarbeiter
Stipendiaten (Studenten): 9.500
Stipendiaten (Doktoranden): 900
Webseite: http://www.studienstiftung.de

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste Begabtenförderwerk im deutschen Raum. Sie wurde 1925 gegründet und hat ihren Sitz in Bonn. Die Studienstiftung wurde ursprünglich unter dem Namen "Deutsche Studentenschaft e.V." als eine Abteilung innerhalb der deutschen Wirtschaftshilfe gegründet. Im Zuge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Deutsche Studentenschaft 1934 aufgelöst und durch die "Reichsförderung des Reichsstudentenwerks" ersetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte 1948 die Neugründung unter dem Namen "Studienstiftung des deutschen Volkes" in Köln. Im Nachgang zur Wiedervereinigung Deutschlands weitete die Studienstiftung ihre Aktivitäten 1990 auf die neuen Bundesländer aus. Gegenwärtig werden etwas mehr als 10.000 Studenten und Promovierende von der Studienstiftung gefördert. Seit ihrer Gründung hat die Studienstiftung mehr als 50.000 Alumni hervorgebracht, unter ihnen auch die Nobelpreisträger Manfred Eigen (Chemie), Robert Huber (Chemie), Hans Jensen (Physik), Wolfgang Ketterle (Physik) und Erwin Neher (Physiologie / Medizin).

Als einziges Begabtenförderwerk hat die Studienstiftung des deutschen Volkes keine spezifische politische, konfessionelle oder andere weltanschauliche Ausrichtung. Sie steht Studenten aller Fachrichtungen unabhängig jeglicher Wertvorstellungen offen. Das Leitbild der Studienstiftung lautet: "Leistung, Initiative und Verantwortung"

Die Aufnahme in die Studienstiftung ist sowohl nach dem Abitur als auch während des Hochschulstudiums möglich. Eine besondere Hürde bestand bis zum Jahr 2010 darin, dass keine Selbstbewerbung möglich war, das bedeutet, jeder interessierte Stipendiat war zwingend auf den Vorschlag seiner Schule oder (Fach-)Hochschule angewiesen. Dies hat sich jedoch geändert, indem ab 2010 ein Verfahren der Selbstbewerbung eingeführt wurde. Insgesamt gibt es fünf Varianten, wie eine Aufnahme in die Stiftung erfolgen kann:

1. Durch einen Vorschlag der Schule: Die Schulleitung eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe darf pro 25 Abiturienten jeweils einen Schüler vorschlagen, der durch besondere Leistungen und auch soziales Engagement aufgefallen ist. Die vorgeschlagenen Studenten durchlaufen dann ein Auswahlseminar der Studienstiftung, dass aus zwei Einzelinterviews sowie mehrere Gruppendiskussionen besteht.
An dieser Stelle ein besonderer Hinweis: Viele Schulen nutzen die Vorschlagsmöglichkeiten nur teilweise oder gar nicht, da oft der damit verbundene Zusatzaufwand gescheut wird. Es ist daher sinnvoll, als interessierter Schüler im Zweifel nicht auf den Zufall zu hoffen, sondern gegen Ende des Abiturs aktiv auf den eigenen Schulleiter zuzugehen, wenn Noten und Engagement stimmen. Aus persönlichen Erfahrungswerten heraus kann ich die Aussage treffen, dass es zwar keine offizielle Mindestnote meines Wissens nach gibt, jedoch sollte der Abiturschnitt idealerweise im Bereich von 1,0 bis 1,3 liegen.

2. Durch Vorschlag eines Professors: Ein Professor an einer Hochschule kann persönlich einen Studenten vorschlagen, den er für förderungswürdig hält. Im Nachgang zu solch einem Vorschlag erfolgen zwei Einzelinterviews, anhand deren Ergebnisse eine Aufnahmeentscheidung getroffen wird. Auf diesem Weg können auch Doktoranden für ein Promotionsstudium vorgeschlagen werden.

3. Durch Vorschlag des Prüfungsamtes: Ähnlich wie beim Schulvorschlag kann das Prüfungsamt der Hochschule pro 25 Absolventen der Zwischenprüfung eines Studiums jeweils einen Studenten vorschlagen.

4. Ein Sonderfall sind Preisträger eines Bundeswettbewerbes, dazu gehören vor allem "Jugend forscht", "Bundeswettbewerb Informatik" und "Bundeswettbewerb Mathematik" etc... sowie auch internationale Wettbewerbe an denen man als deutscher Teilnehmer siegreich teilgenommen hat (z.B. Internationale Mathematik Olympiade).

5. Die Form der Aufnahme ist die Selbstbewerbung: Seit 2010 haben Studenten die Möglichkeit, sich online für einen Auswahltest anzumelden. Dieser Test misst die kognitive Leistungsfähigkeit und führt über das Ergebnis anschließend zur Zuteilung von 500 Plätzen in einem Auswahlseminar oder zur Ablehnung. Im Fall des erfolgreichen Abschneidens beinhaltet das sich anschließende Auswahlseminar die bereits genannten zwei Einzelinterviews und mehrere Gruppendiskussionen.

Nach einer erfolgreichen Aufnahme wird den Studenten ein finanzielles Stipendium zu Teil sowie ein ideelles Stipendium. Das ideelle Stipendium besteht aus einem sehr breit gefächerten Programm von Sommerakademien, Sprachkursen etc..., die allesamt das Ziel haben, einen "Blick über den Tellerrand" zu fördern.

Anmerkung: Wer mehr über das Auswahlverfahren der Studienstiftung erfahren möchte, findet einen Erfahrungsbericht von mir unter dem Punkt "Stipendien" auf meiner Profilseite (oben im Menü => Florian P. Meyer).


Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

Gründungsdatum: 1996 / 1997
Ausrichtung: Politisch nahe: Bündnis90 / Die Grünen
Stiftungskapital (2008): Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: 206 Mitarbeiter in In- & Ausland
Stipendiaten (Studenten): 666
Stipendiaten (Doktoranden): 166
Webseite: http://www.boell.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Die Heinrich-Böll Stiftung ist benannt nach dem Schriftstelle und Nobelpreisträger Heinrich Böll. Die Stiftung steht gemäß ihrem Leitbild für Freiheit, Zivilcourage, streitbare Toleranz und Wertschätzung von Kunst und Kultur als eigenständige Sphäre des Denkens und Handelns. Die Stiftung nahm 1997 ihre Tätigkeit in Berlin auf und förderte 2008 insgesamt 838 Stipendiaten.

Einen besonderen Tätigkeitsschwerpunkt der Heinrich-Böll-Stiftung stellen die Themen Ökologie, Demokratie, Solidarität, Gewaltfreiheit, Migration und Geschlechterdemokratie dar. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Stiftung sind: Klimawandel, Ressourcenpolitik, Europapolitik und globale Geschlechterpolitik.

Auf ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung können sich Studenten selbst bewerben, die im Inland oder im EU-Ausland studieren. Für Studenten im Masterstudium sowie Promovierende ist darüber hinaus die Bewerbung auch dann möglich, wenn diese aus dem Nicht-EU-Ausland stammen.


Rosa-Luxemburg-Stiftung Gesellschaftsanalytische und Politische Bildung e.V.

Gründungsdatum: 1990
Ausrichtung: Politisch nahe: Linkspartei
Stiftungskapital (2008): Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: 108 Mitarbeiter in In- & Ausland
Stipendiaten (Studenten): 433
Stipendiaten (Doktoranden): 131
Webseite: http://www.rosalux.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Gesellschaftsanalytische und Politische Bildung e.V. ist eine der Linkspartei nahestehende Stiftung. Sie ging 1990 aus dem Verein Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. hervor. Zwei Jahre später wurde Sie von der PDS als parteinaher, bundesweit tätiger Verein anerkannt.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist durch ihre politische Ausrichtung dem demokratischen Sozialismus verbunden und fördert Projekte und Ausstellungen die sich mit dieser politischen Weltanschauung beschäftigen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung fördert sowohl Studenten wie auch Doktoranden und wird zu diesem Zweck vom Bundesministerium für Forschung und Bildung sowie auch über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.

Die Zielsetzung der Stiftung ist wie folgt definiert:

- Die Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert politische Bildung, verbreitet Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge in einer globalisierten, ungerechten und unfriedlichen Welt.

- Sie ist ein Ort kritischer Analyse des gegenwärtigen Kapitalismus; ist ein Zentrum programmatischer Diskussion über einen zeitgemäßen demokratischen Sozialismus, ein sozialistischer Think-Tank politiknaher Alternativen.

- Die Stiftung ist in der Bundesrepublik Deutschland und international ein Forum für einen Dialog zwischen linkssozialistischen Kräften, sozialen Bewegungen und Organisationen, linken Intellektuellen und Nichtregierungsorganisationen

- Sie fördert junge Intellektuelle mittels Studien- bzw. Promotionsstipendien und...

- ...gibt Impulse für selbstbestimmte gesellschaftliche politische Aktivität und unterstützt das Engagement für Frieden und Völkerverständigung, für soziale Gerechtigkeit und ein solidarisches Miteinander.

Um ein Studienstipendium der Rosa Luxemburg Stiftung können sich in- und ausländische Studierende aller Fachrichtungen bewerben, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule (Universität oder Fachhochschule) in Deutschland (bei Studienstipendien für InländerInnen erweitert sich der Staatenkreis auf alle EU Staaten und die Schweiz) zum Studium zugelassen sind.
Im Anschluss an eine Bewerbung wird die Aufnahme durch einen Auswahlausschuss entschieden. Dieser setzt sich zusammen aus 10 Vertrauensdozenten, 4 Stipendiaten, 2 ehemaligen Stipendiaten und 4 externen Mitgliedern, die vom Vorstand der Stiftung berufen werden. Der Auswahlausschuss erarbeitet Vorschläge für die Vergabe von Stipendien, über die der Vorstand der Stiftung entscheidet.


Hanns-Seidel-Stiftung e.V.

Gründungsdatum: 1966
Ausrichtung: Politisch nahe: CSU
Stiftungskapital (2007): 31,3 Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 270 Mitarbeiter in In- & Ausland
Stipendiaten (Studenten): 476
Stipendiaten (Doktoranden): 143
Webseite: http://www.hss.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2007 der Stiftung

Die Hanns-Seidel Stiftung wurde 1966 gegründet und nach dem früheren CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Hanns Seidel benannt. Das Motto der Stiftung lautet: "Im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung". Gemäß der Satzung ist das Ziel der Stiftung definiert als die "demokratische und staatsbürgerliche Bildung des deutschen Volkes auf christlicher Grundlage" zu fördern. Die Hanns-Seidel-Stiftung sieht sich als Bildungswerk zur Vermittlung staatsbürgerlichen Wissens, als Akademie für Politik und Zeitgeschehen sowie als Forum für Wissenschaftsförderung und Denkfabrik für politische Konzepte und Strategien.

Zur Organisation der Stiftung gehören das Bildungswerk, dass die demokratische und staatsbürgerliche Bildung fördert sowie das Begabtenförderwerk, dass Stipendien an Studenten und Promovierende vergibt. Weiterhin gehören zur Hanns-Seidel-Stiftung das Institut für internationale Begegnungen & Zusammenarbeit und die Akademie für Politik und Zeitgeschehen, die praktisch orientierte Politikberatung betreibt.

Zielgruppe des Förderwerks sind Studenten, Studienanfänger und Doktoranden, die überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen erbringen und gleichzeitig gesellschaftspolitisch engagiert sind. Sowohl eine Mitarbeit im sozialen Bereich, in der offenen oder konfessionellen Jugendarbeit, in studentischen Organisationen als auch im parteipolitischen Umfeld wird als solches Engagement anerkannt.

Interessierte Studenten können sich selbst um ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung bewerben. Werden die Kriterien der Vorauswahl (überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen, soziales Engagement und persönliche Eignung) erfüllt, erfolgt die Einladung zu einer Auswahltagung. Im Nachtag zu dieser Tagung erfolgte die Zusage oder Ablehnung des Stipendiums, wobei die Zusage zunächst auf ein Probejahr befristet wird, dem sich bei konstanter Bestätigung der Eindrücke aus dem Bewerbungsverfahren die dauerhafte Förderung der Stiftung anschließt.


Stiftung der deutschen Wirtschaft e.V. / Studienförderwerk Klaus Murmann

Gründungsdatum: 1994
Ausrichtung: Arbeitgeberverbandsnah
Stiftungskapital (2007): Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: Keine Angabe
Stipendiaten (Insgesamt) 1.200
Webseite: http://www.sdw.org
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Das Studienförderwerk Klaus Murmann der Stiftung der deutschen Wirtschaft ist nach dem ehemaligen Präsidenten der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände e.V. und hat ihren Sitz in Berlin. Die Stiftung engagiert sich für Leistungs- und Verantwortungsträger von morgen und wendet sich an leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Studenten und Promovierende aller Fachbereiche, die das Potenzial für Führungsaufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft mitbringen. Die Stiftung hat das Ziel, diese Persönlichkeiten in ihrer persönlichen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

Die Stiftung selbst wird von Unternehmern, Unternehmen sowie Arbeitgeberverbänden getragen. Darüber hinaus wird die Stiftung der deutschen Wirtschaft wie die 12 anderen großen Begabtenförderwerke vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Die Bewerbung um ein Stipendium erfolgt per Initiativbewerbung der Studenten, die an den für die jeweilige Region zuständigen Vertrauensdozenten der SDW gerichtet wird. Promovierende dagegen senden ihre Bewerbung direkt an die Geschäftsstelle in Berlin. Der Vertrauensdozent prüft die Bewerbung und leitet diese anschließend bei offensichtlicher Eignung an die Geschäftsstelle der SDW weiter. Im Anschluss an die Bewerbung erfolgt ein Auswahlverfahren in Berlin an dessen Absolvierung sich die Förderentscheidung anschließt.

Neben der finanziellen Förderung profitieren Studenten insbesondere vom ideellen Stipendium, dass sich in Form von Seminaren, Akademien und Projektwettbewerben ausdrückt. Ebenso steht im Rahmen der ideellen Förderung der Netzwerkgedanke im Vordergrund, um den Austausch der Studenten untereinander nachhaltig zu fördern.


Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.

Gründungsdatum: 1925
Ausrichtung: Politisch nahe: SPD
Stiftungskapital (2007): 98,6 Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 619 Mitarbeiter im In- und Ausland
Stipendiaten (Insgesamt) 2.400
Webseite: http://www.fes.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist eine der SPD nahe Stiftung zur Förderung begabter Studenten, die 1925 gegründet und nach dem ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt Friedrich Ebert benannt wurde, insbesondere da Ebert die Gründung der Stiftung selbst testamentarisch angeregt hatte. Die Stiftung hat ihren Sitz sowohl in Bonn als auch Berlin und hat in ihrer Vergangenheit bislang mehr als 15.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten betreut.

Die Stiftung sah ihre Hauptaufgabe zum Gründungszeitpunkt darin, der Diskriminierung der Arbeiter auf dem Gebiet der Bildung entgegenzuwirken. Heute definiert die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Hauptaufgabe als die Förderung der politischen und gesellschaftlichen Bildung von Menschen aus allen Lebensbereichen im Geiste von Demokratie und Pluralismus sowie begabten jungen Menschen durch Stipendien Zugang zu Studium und Forschung zu ermöglichen und zur internationalen Verständigung und Zusammenarbeit beizutragen.

Über ihr Studienförderwerk fördert die Friedrich-Ebert-Stiftung derzeit mehr als 2.400 Stipendiaten. Durchschnittlich mehr als 90% der Geförderten beenden ihr Studium mit einem Prädikatsexamen. Neben einer finanziellen Förderung kommen Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung auch in den Genuss einer ideellen Förderung in Form von gesellschaftspolitischen Seminaren und Konferenzen sowie weiteren Veranstaltungen die der Berufsqualifizierung dienen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung stellt den Anspruch an ihre Stipendiaten, dass diese abseits überdurchschnittlicher Studienleistungen vor allem ein überdurchschnittliches gesellschaftliches Engagement zeigen.

Interessierte Studenten können Bewerbungsunterlagen für die Bewerbung auf ein Stipendium von der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung herunterladen. Der Bewerbungsprozess dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Monate, je nachdem, wann sich der Student beworben hat. In Zahlen per 2008 hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung 14.000 Anfragen, aus denen 3.000 Bewerbungen hervorgingen. Unter den Bewerbern wurden schließlich 800 neue Stipendiaten ausgewählt.


Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

Gründungsdatum: 2008
Ausrichtung: Konfessionell gebunden: Jüdische Religion
Stiftungskapital: Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: Keine Angabe
Stipendiaten (Insgesamt) Ab 2010 Aufnahme der ersten 70 Stipendiaten geplant
Webseite: http://www.eles-studienwerk.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist das zwölfte Begabtenförderungswerk, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird. ELES fördert nach den Richtlinien des BMBF besonders begabte jüdische Studierende und Promovierende mit deutscher Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates oder dem Status eines Bildungsinländers/einer Bildungsinländerin im Sinne des §8 BAföG für ihre Ausbildung an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen, d.h. Universitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen in Deutschland, der Europäischen Union und der Schweiz.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk erwartet von seinen Stipendiaten, dass sich diese durch überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen sowie über den Einsatz in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich der Jugendarbeit oder in studentischen Organisationen und im gesellschaftlichen Umfeld engagieren.

Neben einer finanziellen Förderung die der Förderung der anderen 11 Begabtenförderwerke entspricht, kommen Stipendiaten in den Genuss einer ideellen Förderung, die unter anderem Sprachkurse sowie Sommerakademien und die Unterstützung bei Studienvorhaben im Ausland beeinhaltet.

Bewerben können sich alle Studenten jüdischer Konfession auf dem Weg der Selbstbewerbung. Im Rahmen der Bewerbung werden dann die Bewerbungen selektiert und der Auswahlausschuss schlägt einzelne Bewerber für die Teilnahme an einem Auswahlseminar vor. Im Auswahlseminar erfolgt schließlich ein fachliches sowie ein persönliches Gespräch in dessen Nachgang über die Aufnahme in das Studienwerk entschieden wird.


Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Gründungsdatum: 1958
Ausrichtung: Politisch nahe: FDP
Stiftungskapital (2007): 10,8 Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 181 Mitarbeiter im In- und Ausland
Stipendiaten (Insgesamt) 821
Webseite: http://www.freiheit.org/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wurde 1958 gegründet und hat ihren Sitz in Potsdam. Die Stiftung steht politisch der FDP nahe und wurde nach dem liberalen Politiker Friedrich Naumann (1860 - 1919) benannt. Gemäß ihrer Grundsätze ist die Friedrich-Naumann-Stiftung "die Stiftung für liberale Politik in der Bundesrepublik Deutschland. Sie will dazu beitragen, dem Prinzip Freiheit in Menschenwürde in allen Bereichen der Gesellschaft Geltung zu verschaffen; im vereinigten Deutschland wie auch zusammen mit den Partnern im Ausland“. Die staatsbürgerliche Bildung ist dabei der Kern der Stiftungsprogramme, pro Jahr werden etwa 1.000 Veranstaltungen deutschlandweit angeboten.

Für ein Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung können sich Studenten selbst bewerben. Nach eigener Aussage der Stiftung steht im Zentrum Begabtenförderung das Ziel, besonders talentierten jungen Frauen und Männern Grundwerte und Schlüsselqualifikationen zu vermitteln, die in der akademischen Ausbildung nicht unbedingt vorgesehen sind. Im Fokus stehen "Verantwortungseliten" und nicht nur die "Notenbesten". Hierzu verlangt die Stiftung, dass die Kriterien "Persönlichkeit", "Begabung" und "Liberales und gesellschaftliches Engagement" in besonderem Maße erfüllt werden.

Im Nachgang zu einer erfolgreichen Bewerbung steht Stipendiaten neben einer finanziellen eine umfassende ideelle Förderung zur Verfügung, so unter anderem Arbeitskreise, Mitarbeit Initiativen von Stipendiaten, Seminare und mehr.


Hans-Böckler-Stiftung

Gründungsdatum: 1977
Ausrichtung: Gewerkschaftsnah
Stiftungskapital (2007): Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: Keine Angabe
Stipendiaten (Insgesamt) Keine Angabe
Webseite: http://www.boeckler.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Die Hans-Böckler-Stiftung wurde 1977 gegründet als das Nachfolgestiftung der "Stiftung Mitbestimmung" und hat ihren Sitz in Düsseldorf. Das Begabtenförderwerk ist besonders gewerkschaftsnah und ist nach dem ersten DGB-Vorsitzenden Hans Böckler benannt worden.

Die ursprüngliche "Stiftung Mitbestimmung" hatte das Ziel, das Studium begabter, aber sozial benachteiligter Arbeitnehmerkinder zu fördern. Heute konzentriert sich die Stiftung vor allem auf die Förderung der Mitbestimmung und der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschung sowie der Studien- und Promotionsförderung begabter Studenten in Form von Stipendien. Seit ihrem bestehen hat die Hans-Böckler-Stiftung mehr als 8.000 Studenten gefördert.

Bewerben können sich Studenten, die gewerkschaftlich organisiert und engagiert sind über ihre jeweilige Mitgliedsgewerkschaft. Im Nachgang zu einem Auswahlverfahren wird üblicherweise bei Aufnahme die Studienförderung für drei Semester zugesagt und kann im Anschluss verlängert werden. Auch Studenten ohne gewerkschaftliche Zugehörigkeit, die sich jedoch durch anderweitiges, besonderes gesellschaftliches Engagement hervorgetan haben, können sich über ein sog. "Ergänzendes Auswahlverfahren" auf ein Stipendium bewerben.


Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Gründungsdatum: 1955
Ausrichtung: Politisch nahe: CDU
Stiftungskapital (2008): 53,3 Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 543 Mitarbeiter im In- und Ausland
Stipendiaten (Insgesamt) 2.605
Webseite: http://www.kas.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2009 der Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine CDU-nahe Stiftung die 1955 unter Bruno Heck gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz in Sankt Augustin in der Nähe von Bonn und wurde nach Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland benannt. Die Stiftung unterhält neben ihrem Hauptsitz zwei Bildungszentren, 16 regionale Bildungswerke sowie eine internationale Tagungsstätte. Weiterhin gehört auch das Archiv für Christlich-Demokratische Politik mit seinen Schriftgutbeständen, Medien und einer Spezialbibliothek mit mehr als 157.000 Titeln zur Stiftung. Die Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung betreuen derzeit mehr als 200 Projekte in über 120 Ländern (Stand 2010).

Konrad Adenauer und seine Grundsätze stellen das Leitbild der Stiftung dar. Das Begabtenförderwerk setzt sich national und international für politische Bildung, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Ein weiterer wesentlicher Eckpfeiler ist die Festigung der Demokratie sowie die Förderung der Europäischen Einigung und die Intensivierung der transatlantischen Beziehungen.

Seit ihrem Bestehen hat die Konrad-Adenauer-Stiftung bereits mehr als 8.000 Stipendiaten gefördert, die sich mit den Leitlinien der Konrad-Adenauer-Stiftung identifizieren. Ihr Ziel ist es, junge Talente aus dem In- und Ausland zu entdecken und zu fördern, damit diese auf die Übernahme verantwortlicher Positionen in Politik und Wirtschaft, in Wissenschaft und Medien sowie im Kultur- und Verbandsbereich vorzubereiten.

Es existieren hierzu Förderprogramme für inländische Studenten, für Nachwuchs-Journalisten, für deutsche Graduierte sowie auch ausländische Studenten und Graduierte. Gefragt sind seitens der Konrad-Adenauer-Stiftung Leistungsbereitschaft sowie politisches oder soziales Engagement. Dabei orientiert sich das Ziel der Herausbildung zukünftiger Führungskräfte und Leistungseliten sowohl am gesellschaftlich engagierten Handeln sowie am christlich-demokratischen Menschenbild.

Interessierte Studenten können sich auf dem Weg der Selbstbewerbung um ein Stipendium bewerben. Entsprechende Unterlagen stehen auf der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Verfügung. Benötigt werden sowohl ein Persönlichkeitsgutachten sowie ein Hochschullehrergutachten, entsprechende Vordrucke sind auf der Webseite ebenfalls verfügbar. Im Nachgang zu einer Bewerbung erfolgt ein Auswahlverfahren, dass in zwei Stufen abläuft und sich über drei bis vier Monate erstreckt. Dabei entscheidet zunächst eine interne Vorauswahl darüber, ob der Bewerber in das eigentliche Auswahlverfahren eingeladen wird. Ist diese Hürde genommen, erfolgt ein Auswahlseminar mit Klausuren, Gruppendiskussionen und Einzelgesprächen in dessen Nachgang dann über die Aufnahme entschieden wird.

Neben dem finanziellen Stipendium, dass über die Begabtenförderwerke gezahlt wird, steht den Studenten nach der Aufnahme auch ein sehr umfassendes, ideelles Stipendium zur Verfügung, dass den Stipendiaten bei ihrer persönlichen Entwicklung begleiten soll.


Cusanuswerk

Gründungsdatum: 1956
Ausrichtung: Konfessionell gebunden: Katholische Kirche
Stiftungskapital: Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: 37 Mitarbeiter
Stipendiaten (Insgesamt) Keine Angabe
Webseite: http://www.cusanuswerk.de/
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Das Cusanuswerk ist das Begabtenförderwerk der katholischen Kirche in Deutschland. Es wurde 1956 gegründet und steht unter Aufsicht der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Namensgebend für die Stiftung ist der Gelehrte Nikolaus von Kues (1401 - 1464), der deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker war und in der katholischen Kirche als Kardinal und Fürstbischof tätig war.

Wesentlicher Bestandteil der Förderung durch das Cusanuswerk ist ein umfassendes, interdisziplinär angelegtes Bildungsprogramm, das in der Diskussion über Wissenschaft und Glaube sowie Gesellschaft und Kirche die Verantwortungsbereitschaft und die Dialogfähigkeit der Stipendiatinnen und Stipendiaten stärken will. Dabei strebt das Cusanuswerk das Ziel an, die unverwechselbare Individualität eines jeden Stipendiaten zu entfalten und zu fördern.

Das Zielbild des Cusanuswerks bei der Anerkennung eines Stipendiums sind junge Frauen und Männer,

-die ihr Studium mit hohem intellektuellem Einsatz und schöpferischer Phantasie betreiben,
-die um ihre Begabung wissen und diese annehmen, ausbilden und wirksam machen wollen,
-die nachdenklich und beharrlich sind, Fragen stellen und sich mit schnellen Antworten nicht zufrieden geben,
-die bereit sind, persönlich Stellung zu beziehen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen,
-die ihren Glaubensweg ernst nehmen, mit der Kirche leben und sie gestalten wollen.

Um ein Stipendium des Cusanuswerks können sich bewerben:

-Studierende an Universitäten, Technischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen
-Studierende an Fachhochschulen
-Studierende an Kunstakademien und Kunsthochschulen
-Studierende an Musikhochschulen und Kirchenmusikhochschulen
-Promovierende

die die folgenden Bedingungen erfüllen:

- katholische Konfession sind,
- die deutsche Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes oder der Status eines Bildungsinländers/einer Bildungsinländerin im Sinne des BAföG §8 (siehe auch "Ausländische Studierende") besitzen
- die eine Immatrikulation bzw. Zulassung zur Promotion an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, in einem EU-Mitgliedsland oder in der Schweiz nachweisen können und
- zum Zeitpunkt der Bewerbung noch mindestens 5 Semester Regelstudienzeit vor sich haben. Nach erfolgreichem Bachelor-Abschluss ist die Bewerbung auch unmittelbar vor Beginn eines viersemestrigen Masterstudiengangs möglich.

Weiterhin wird erwartet, dass die Bewerber

- hervorragende fachliche Leistungen, ein hohes Reflexionsvermögen sowie
- Neugier und Kreativität mitbringen.
- nachdenklich und offensiv sind, Fragen stellen und sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden geben; dass sie bereit sind, Stellung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen.
- ihren eigenen Glaubensweg ernst nehmen, die Kirche gestalten, mit ihr leben und sich aus ihrem Glauben heraus für andere einsetze

Die Bewerbung findet dabei über die Selbstbewerbung statt oder auf dem Weg des Vorschlags durch einen Leiter eines Gymnasiums, einen Hochschullehrer, Mitarbeiter der Hochschulpastoral sowie ehemalige Stipendiaten.

Erforderlich sind in jedem Fall für die Bewerbung zwei Hochschullehrergutachten. Wird die Bewerbung angenommen, erfolgt die Einladung in das Auswahlverfahren des Cusanuswerks, in dem ein Gremium von Hochschullehrern über die Auswahl der Studenten in das Cusanuswerk entscheidet. Im Nachgang zur Aufnahme erwartet die neuen Stipendiaten ein finanzielles und ideelles Stipendium, insbesondere zu letzterem gehören auch Ferienakademien, deren Teilnahme verpflichtend ist.


Evangelische Studienwerk e.V. Villigst

Gründungsdatum: 1948
Ausrichtung: Konfessionell gebunden: Evangelische Kirche
Stiftungskapital (2007): Keine Angabe
Mitarbeiterzahl: Keine Angabe
Stipendiaten (Studenten) ca. 800
Stipendiaten (Promovierende) ca. 200
Webseite: http://www.evstudienwerk.de
-Daten gemäß Jahresbericht 2008 der Stiftung

Das Evangelische Studienwerk ist das Begabtenförderungswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland und wurde 1948 gegründet. Das Studienwerk richtet sich an begabte und besonders leistungsfähige sowie engagierte Studenten evangelischer Konfession. Das Studienwerk hat seinen Sitz in Villigst und betreut derzeit etwas mehr als 1.000 Stipendiaten in Studien- und Promotionsprogrammen.

Laut dem Studienwerk haben die geförderten Personen eines gemeinsam: Alle wollen gesellschaftliche Verantwortung im Rahmen protestantischer Grundorientierungen übernehmen und sich exzellent fachlich qualifizieren. Das Idealbild des Bewerbers sind gemäß dem Studienwerk junge Menschen, die nicht alles glauben was sie sehen, sondern Mut zum eigenen Standpunkt haben, die die christliche Orientierung für eine Zukunftsfrage halten, Widersprüche akzeptieren ohne eigene Lösungen aufzugeben und bereit sind, die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Engagierte Studenten können sich beim Evangelischen Studienwerk Villigst selbst bewerben. Neben den Bewerbungsunterlagen, die auf der Webseite des Studienwerks verfügbar sind, müssen insbesondere zwei (Hochschul-)Lehrergutachten eingereicht werden, von denen eines ein fachliches Gutachten darstellt während das zweite Auskunft über die Persönlichkeit, insbesondere ehrenamtliches, kirchliches, soziales, gesellschaftliches oder politisches Engagement geben soll.

Folgende Anforderungen müssen für eine Bewerbung erfüllt sein:

- überdurchschnittliche Leistungen in Schule und ggf. Studium
- nachweisliches gesellschaftliches Engagement (z.B. Kirche, Politik, Soziales, Umwelt)
- Zugehörigkeit zu einer evangelischen Kirche (In begründeten Fällen sind Ausnahmen möglich.)
- Staatsangehörigkeit in einem Mitgliedsland der Europäischen Union
- Hochschulzugangsberechtigung
- Hochschul-Studierende dürfen zum Zeitpunkt der Auswahl das 5. Fachsemester nicht überschritten haben.
- Fachhochschul-Studierende dürfen zum Zeitpunkt der Auswahl das 4. Fachsemester nicht überschritten haben.
- Für Studierende im Doppelstudium gilt die Semesterzahl des zuerst begonnenen Studienfachs.

Sind die Bewerbungsunterlagen vollständig und fristgerecht eingegangen, werden zugelassene Bewerber zu einer Vorauswahl eingeladen der sich bei positivem Votum des Auswahlteams dann die Hauptauswahl anschließt. Kann der Bewerber auch hier überzeugen, so wird er dauerhaft und ohne Probezeit in das Studienwerk aufgenommen.

Nach der Aufnahme in das Studienwerk profitieren nicht nur von grundsätzlichen finanziellen Förderung, sondern auch von einem ideellen Programm, dass ein umfangreiches Seminarprogramm und eine persönliche Betreuung im Studienwerk umfasst. Eine weitere Besonderheit ist demokratische Mitbeteiligung der Stipendiaten, die weit reichende Verantwortung bei Seminaren, Fachtagungen und Auswahlveranstaltungen übernehmen können.

Grundsätzliches zur finanziellen Förderung durch ein Begabtenförderwerk:

Wie Eingangs geschildert ist die finanzielle Unterstützung durch ein Stipendium eines Begabtenförderwerkes in der Regel identisch, unabhängig um welches der Förderwerke es sich handelt. Grund dafür ist, dass alle zwölf Förderwerke durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert werden. In diesem Zusammenhang werden die Stipendien also aus öffentlichen Geldern gezahlt. Üblicherweise setzt sich die Förderung aus zwei, manchmal aus drei Komponenten zusammen:

Büchergeld: Jeder Student hat unabhängig von Einkommen und Vermögen einen Anspruch auf das sog. Büchergeld. Diese Förderung beträgt aktuell 80,00 EUR pro Monat, soll jedoch im Rahmen des von der schwarz-gelben Koalition geplanten neuen Stipendiatenprogramms auf 300,00 EUR pro Monat erhöht werden. Sollte die Gesetzesänderung wie geplant erfolgen, findet die Erhöhung zum Oktober 2010 statt. Entgegen seines Namens ist das Büchergeld nicht zweckgebunden, d.h. es muss kein Nachweis darüber erbracht, dass mit der Förderung Studienliteratur angeschafft worden ist. Es versteht sich jedoch von selbst, dass es sich um eine verantwortungsvoll zu verwendende Finanzierungsquelle handelt, die in allen Stipendiaten in Ansehnung ihres Verantwortungsbewusstseins zur Verfügung gestellt wird.

Lebenshaltungsstipendium: Neben dem Büchergeld kommt in abhäbgig vom eigenen Einkommen und Vermögen ein Lebenshaltungsstipendium von max. 585,00 EUR (= Max. BaFöG-Satz) zur Auszahlung, sofern gewisse Anrechnungsbeträge bezüglich des eigenen Einkommens und dem der Familie nicht überschritten werden. Wie der Name sagt dient das Stipendium der Bestreitung der alltäglichen Lebenskosten, es muss im Gegensatz zum BaFöG jedoch ebenso wie das Büchergeld nicht zurückgezahlt werden.

Familienzuschlag: Ein Sonderfall stellt der Familienzuschlag dar. Er wird an verheiratete Stipendiaten bzw. Stipendiaten mit Kind ausgezahlt und beträgt 155,00 EUR und ist ebenfalls einkommensunabhängig und nicht zurückzuzahlen.

Die höchstmögliche Förderung für einen Studenten umfasst somit derzeit 665,00 EUR pro Monat bzw. 820,00 EUR (mit Familienzuschlag). Im Fall einer Erhöhung des Büchergelds würden die Beträge entsprechend ab Oktober 2010 auf 885,00 EUR bzw. 1.040,00 EUR ansteigen.

Weitere Stipendien

Neben den 12 Begabtenförderwerken gibt es in Deutschland eine Reihe weiterer inländischer Stipendien die Studenten und Promovierende auf verschiedene Art und Weise fördern sowie auch spezielle Stipendien zum bestreiten der Kosten eines Auslandssemesters. Im folgenden soll hier ein Überblick über die bekanntesten und wichtigsten Zusatzstipendien erfolgen:


e-fellows.net GmbH & Co KG
Zur Seite von e-fellows.net

Die e-fellows.net GmbH & Co KG ist eine private Fördererplattform für Studenten und Promovierende, die im Jahr 2000 von der Deutschen Telekom AG, McKinsey & Company Inc. sowie der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH gegründet würde. e-fellows.net stellt ein Online-Karrierenetzwerk dar und vergibt ein sog. "Online-Stipendium" an qualifizierte Studenten und Promovierende.

Kooperationspartner von e-fellows.net sind die Unternehmen Accenture, Allianz SE, Bertelsmann, Robert Bosch, Clifford Chance, Deutsche Bank, Detecon Consulting, Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller, KPMG, Oliver Wyman, Roche und Unister. Darüber hinaus betreibt e-fellows.net ein großes Kooperationsnetzwerk zu Hochschulen, Initiativen und Verbänden.

Die Webseite von e-fellows.net umfasst für alle Benutzer ein umfassendes Informationsangebot rund um andere Stipendien, Studiengänge, Bildungsmöglichkeiten, Kontaktmessen und dergleichen. Für Stipendiaten steht darüber hinaus ein umfassendes soziales Netzwerk zum gegenseitigen Austausch zur Verfügung. Dieses Netzwerk umfasst aktuell 16.000 Stipendiaten und 12.000 Alumni. Weiterhin ist e-fellows.net der Initiator bekannter Messeformate wie "Startschuss Abi", "Startschuss Bachelor" und "MBA Day".

Zu den Leistungen aus dem e-fellows.net Stipendium gehören ideelle Komponenten wie exklusive Einladungen zu Events und Workshops, Mentoring-Programme, exklusive Einladungen zu eigenen Messeveranstaltungen und Kontaktmöglichkeiten zu Unternehmensvertretern. Abseits davon gehören zum Stipendium auch geldwerte Leistungen in Form von kostenlosen Abonnements einschlägiger Fachzeitschriften wie "Das Handelsblatt", "Die Zeit", oder "Wirtschaftswoche". Als Gründungsmitglied von e-fellows.net gewährt die Deutsche Telekom AG darüber hinaus den Stipendiaten einen Preisnachlass auf verschiedene Telekomverträge in Höhe von 15,00 EUR monatlich. Einige Universitäten entlassen den e-fellows.net Stipendiaten darüber hinaus die Studiengebühren. Weiterhin existiert die Möglichkeit, kostenlos Karriereratgeber von e-fellows.net zu erhalten sowie Rabatte für verschiedene Softskill Seminare zu nutzen. Ein weiterer wesentlicher Förderpunkt ist auch die Möglichkeit, sich via e-fellows.net auf MBA-Stipendien an diversen Zielhochschulen zu bewerben.

Die Bewerbung auf ein e-fellows.net Stipendium erfolgt online, indem sich der Bewerber auf der Plattform als normales Mitglied registriert und anschließend den Bewerbungsbogen für das Stipendium ausfüllt und absendet. Im Nachgang erfolgt binnen 14 Tagen eine Entscheidung über die Vergabe des Stipendiums. Geforderte Kriteriensind wie bei allen anderen Stipendien fachliche Exzellenz sowie soziales Engagement.


Deutscher Akademischer Austauschdienst
Zur Seite des DAAD

Der Deutsche Akademische Austauschdienst e.V. (DAAD) wurde 1925 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Er ist eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen und Studierendenschaften und stellt die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern dar. Während seiner Geschichte hat der DAAD mehr als 1,5 Millionen Akademiker im In- und Ausland unterstützt. Seine Tätigkeit geht erheblich über die Vergabe von Förderstipendien hinaus, so wird die Internationalität der deutschen Hochschulen gefördert, er stärkt die Germanistik und die deutsche Sprache im Ausland und unterstützt Entwicklungsländer.

Das Programm des DAAD umfasst mehr als 250 Angebote, die jährlich von etwa 55.000 Deutschen und Ausländern aus der ganzen Welt genutzt werden. Das Budget des DAAD zur Durchführung dieser Programme stammt überwiegend aus den Bundesmitteln verschiedener Ministerien, insbesondere aber des Auswärtigen Amtes sowie der Europäischen Union und einer Vielzahl von Unternehmen, Organisationen und ausländischen Regierungen.

Nach Aussage des DAAD lassen sich alle Programme fünf strategischen Zielen zuordnen. Dazu gehören:

1. Ausländische Nachwuchseliten für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Deutschland gewinnen und möglichst lebenslang als Partner erhalten

2. Den deutschen Forschungs- und Führungsnachwuchs an den besten Plätzen der Welt im Geiste von Toleranz und Weltoffenheit qualifizieren

3. Die Internationalität und Attraktivität der deutschen Hochschulen fördern

4. Die Germanistik und deutsche Sprache, Literatur und Landeskunde an ausländischen Universitäten stärken

5. Die Entwicklungsländer des Südens und Reformstaaten im Osten beim Aufbau leistungsfähiger Hochschulsysteme unterstützen

Das für den Großteil der Studenten wichtigste Programm innerhalb ihrer regulären Studienzeit ist das Stipendium für "Semesteraufenthalte im Ausland", um finanzielle Unterstützung zu einem Auslandssemester zu erhalten. Der Bewerbungsprozess erfordert etwas Vorarbeit und wird aufgrund seines Umfangs sowie seines thematischen Bezugs von mir detailliert unter der Rubrik "Auslandssemester" geschildert. Abseits dieses Programm existieren allerdings zahlreiche weitere Stipendienprogramme für z.B. Jahresaufenthalte im Ausland sowie Promotionen mit Bezug zum Ausland.


Fulbright Kommission
Zur Seite der Fulbright Kommission Deutschland

Die deutsche Fulbright Kommission ist Teil des Fulbright-Programms, benannt nach dem US-Senator J. William Fulbright, in dessen Rahmen die Fulbright Kommissionen der jeweiligen Länder ein Austauschprogramm zwischen den USA und dem eigenen Heimatland pflegen. Das Programm wurde 1946 als internationales Austauschprogramm zwischen den Vereinigten Staaten und - per Stand 2007 - inzwischen 148 weiteren Staaten etabliert. Ziel des Programms ist es, den bilateralen Austausch durch Stipendien an Studenten und Akademiker zum Zweck weiterführender Universitätsstudien und Forschungsaufenthalte zu fördern.

Es existieren heute insgesamt mehr als 50 Fulbright Kommissionen, die das Programm verwalten, wobei z.T. eine Kommission für mehrere Länder zugleich zuständig ist. Der überwiegende Teil der Programme fördert Masterstudenten in den USA und seltener auch Promotionen. Grundsätzlich ist aber auch die Bewerbung auf ein Stipendium als Bachelor-Student möglich.

Grundbedingung für Studenten ist jedoch üblicherweise, dass der Auslandsaufenthalt ein akademisches Jahr andauert, d.h. das Studium in den USA beginnt im Fall Term im Monat August und endet im Spring Term im Monat Mai. Kürzere Studienaufenthalte, z.B. ein einzelnes Semester, sind nicht förderfähig (Ausnahme: Auslandssemester im Fall Term mit angeschlossenem Praktikum von Januar bis Mai). Das bedeutet, isolierte Einzelsemester im Ausland werden vom Fulbright-Programm grundsätzlich nicht gefördert.

Bewerben auf ein deutsch-amerikanisches Fulbright-Stipendium können sich sowohl Studenten als auch Absolventen deutscher (Fach-)Hochschulen. Es ist zu beachten, dass man als Bewerber um ein Stipendium grundsätzlich nicht in Betracht gezogen wird, wenn einer der folgenden Punkte erfüllt wird:

1. Anspruch auf Ausstellung bzw. Besitz eines amerikanischen Reisepasses

2. Besitz der amerikanischen Green Card

3. deutsch-amerikanische Doppelstaatsangehörigkeit

4. eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit

Darüber hinaus muss der Bewerber die folgenden Anforderungen erfüllen, um als Stipendiat in Betracht gezogen zu werden:

- Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit
- gute fachliche Vorbildung
- schlüssig begründetes Studienvorhaben in den USA
- gute englische Sprachkenntnisse: Diese müssen über einen TOEFL ibt mit mindestens 89 von 120 Punkten nachgewiesen werden
- fundierte landeskundliche Kenntnisse über Deutschland und die USA (Geschichte, Kultur, Bildungswesen, Tagespolitik)
- aktive Interessen im außeruniversitären Bereich
- Altersgrenze: 35 Jahre
- für Studierende: Fachstudium von mindestens 4 abgeschlossenen Semestern zu Beginn des amerikanischen Studienjahres

Die Leistungen des Fulbright-Stipendiums umfasst die vollständige Übernahme aller Lebenshaltungskosten (Vollstipendium) in den USA (Diese werden individuell gemäß den Angaben der Zielhochschule ermittelt) bzw. zahlt den Restbetrag der Lebenshaltungskosten nach einer Eigenbeteiligung von 300,00 EUR pro Monat (Teilstipendium). Weiterhin werden die Studiengebühren ganz oder teilweise übernommen. Zudem findet eine Übernahme der Kosten für 9 bis 12 Kurse (entspricht 18 bis 24 credits) statt. Wie viel und ob ein Teil der Studiengebühren übernommen wird, ist jedoch stets eine Einzelentscheidung seitens der Fulbright Kommission.

Ein weiterer Bestandteil der Förderung ist die Unterstützung bei der Organisation bezüglich der Themen Krankenversicherung und Visa. Wird ein Studienaufenthalt in den USA über ein Jahr hinaus verlängert, entfallen zwar die finanziellen Leistungen, jedoch wird in der Regel die Krankenversicherung sowie die Visa-Verlängerung weiter getragen.

Die Bewerbung auf ein Fulbright-Stipendium erfolgt über die Zusendung der Bewerbungsunterlagen an die Fulbright Kommission. Die entsprechenden Unterlagen können von der Webseite der deutschen Fulbright Kommission bezogen werden (Link zur Webseite siehe oben). In jedem Fall gehören jedoch zwei Hochschullehrer-Gutachten zur Bewerbung, um die sich der Bewerber frühzeitig kümmern sollte.


Wer an dieser Stelle noch immer nicht das passende Stipendium für sich gefunden hat, dem kann die hervorragend gepflegte Datenbank von e-fellows.net ans Herz gelegt werden. In der Stipendiendatenbank von e-fellows können verschiedene Stipendienprogramme je nach Studiengang und Abschlussziel selektiert werden. Die Datenbank umfasst dabei mehrere hunderte Förderangebote, so dass spätestens hier jeder Interessiert fündig werden dürfte.